Technologie

Die von EyeSense entwickelte Glukosesensor-Technologie beruht auf einem Rezeptormolekül, das in der Lage ist, Glukose spezifisch zu binden und einem Konkurrenzmolekül, das mit Glukose um die Bindungsstelle am Rezeptormolekül konkurriert. Das Rezeptormolekül bildet jeweils sowohl mit dem Konkurrenzmolekül wie auch mit Glukose Komplexe. Diese Komplexe sowie Rezeptormolekül, Konkurrenzmolekül und Glukose befinden sich ständig in einem dynamischen Gleichgewicht. Durch Markierung der Rezeptor- und Konkurrenzmoleküle mit verschiedenen Fluoreszenzfarbstoffen wird die Bildung der Komplexe messbar gemacht. Fluoreszenzfarbstoffe senden Licht einer anderen Farbe aus, wenn sie mit Licht einer bestimmten Farbe bestrahlt werden. Das Einstrahlen von Licht und somit auch Energie wird dabei „Anregung“, das Abstrahlen von Licht „Emission“ genannt.

Man macht sich nun zunutze, dass einer der gewählten Fluoreszenzfarbstoffe, der Energie-Donor die Anregungsenergie an den anderen Fluoreszenzfarbstoff, den Energie-Akzeptor, übertragen kann wenn die beiden Farbstoffmoleküle sehr nahe beieinander sind. Diese Energieübertragung führt zu einer Abschwächung der Fluoreszenzemission des Donor-Farbstoffs. Dies ist jedoch nur der Fall, wenn Rezeptormolekül und Konkurrenzmolekül einen Komplex bilden. Wird das Konkurrenzmolekül durch Glukose verdrängt, kann keine Energie mehr vom Donor auf den Akzeptor übertragen werden und die Donorfluoreszenz nimmt an Intensität zu. Die Intensität der Donorfluoreszenz ist somit ein Maß für die Glukosekonzentration.

Der Glukose-Sensor ist in einem hochwasserhaltigen Material, einem Hydrogel, eingebettet. Dieses Hydrogel ist hochgradig biokompatibel und liegt in Form einer sehr dünnen Scheibe vor, die vom Augenarzt unter lokaler Betäubung beim Patienten unter die Bindehaut eingesetzt wird. Dort misst sie die Glukosekonzentration in der Gewebeflüssigkeit.